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Arbeitsrechte·Veröffentlicht 10. Februar 20254 Min. Lesezeit

Penalty Rates: wann stehen sie dir zu?

Penalty Rates sind Zuschläge für Wochenende, Feiertage sowie Abend- und Nachtschichten. Wie hoch sie sind, legt der Modern Award deiner Branche fest.

Schnelle Antwort

Penalty Rates sind die höheren Sätze für Stunden außerhalb der regulären Zeit: Wochenenden, Feiertage, Abende und frühe Starts. Sie kommen aus dem Award, der deinen Job abdeckt, nicht aus dem Wohlwollen deines Arbeitgebers.

Woher kommen deine Penalty Rates tatsächlich?

Aus dem modernen Award oder dem Tarifvertrag deiner Branche, und das ist ein Rechtsinstrument und keine Betriebsvereinbarung nach Gutdünken. Die Fair Work Commission setzt und überprüft sie, und ein Arbeitgeber kann sie nicht per Absprache, per Vertrag oder über eine Pauschalsatzregelung unterschreiten.

Die erste Frage ist deshalb nicht, was dein Chef sonntags zahlt, sondern welcher Award dieses Lokal abdeckt und auf welcher Einstufung du stehst. Diese zwei Antworten erzeugen jede Zahl, die danach kommt.

Wie sehen Penalty Rates in der Gastronomie aus?

Der Hospitality Industry (General) Award deckt Cafés, Restaurants, Pubs und Hotels ab und trifft die meisten Working Holiday Maker. Die Sätze steigen über die Woche zu deutlichen Vielfachen am Wochenende, und Casuals bekommen das 25-%-Loading zusätzlich und nicht anstelle davon.

  • Wochentagsabend nach 19 Uhr: etwa 110 bis 115 % des Normalsatzes
  • Samstag: etwa 125 %
  • Sonntag: etwa 175 %
  • Feiertag: etwa 225 %

Die genauen Zahlen hängen von Einstufungsstufe und Schichtmuster ab, maßgeblich ist der Award selbst. Eine Casual-Kraft hat sonntags einen deutlich anderen Stundensatz als dienstags, und das ist der größte Hebel, den ein Backpacker auf seinen eigenen Verdienst hat.

Und im Einzelhandel?

Der General Retail Industry Award folgt derselben Struktur mit niedrigerem Sonntagszuschlag. Samstage laufen bei etwa 125 %, Sonntage bei etwa 150 % und Feiertage bei etwa 225 %, wobei Spätzuschläge an die Ladenschlusszeit gekoppelt sind und nicht an eine feste Uhrzeit.

Im Einzelhandel weichen Tarifverträge außerdem stärker ab als in der Gastronomie, besonders in den großen Supermarktketten, wo der Vertrag und nicht der Award den Satz setzt. Bei einer landesweiten Kette lohnt die Frage, welcher Vertrag gilt, denn er weicht von den obigen Award-Zahlen in beide Richtungen ab.

Wie kombinieren sich Zuschläge und Casual Loading?

Sie stapeln sich. Das 25-%-Casual-Loading gilt auf den Normalsatz, und der Zuschlag kommt zusätzlich, eine Casual-Wochenendschicht liegt also spürbar über dem geladenen Wochentagssatz und über dem Wochenendsatz für Festangestellte.

Hier kostet eine Pauschalsatzregelung am meisten, und zwar unbemerkt. Wer über alle Wochentage hinweg eine Zahl zahlt, zahlt an Samstagen und Sonntagen unter Award, auch wenn sie gegenüber dem Wochentagssatz großzügig aussieht. Eine flache Stundenzahl auf einem Payslip, der einen Sonntag abdeckte, ist das klarste Zeichen für Unterbezahlung.

Wie prüfst du, ob deine stimmen?

Lies den Payslip, nicht die Endsumme. Ein regelkonformer Payslip trennt die Stunden nach Satz: reguläre zu einer Zahl, Samstagsstunden zu einer anderen, Sonntags- und Feiertagsstunden zu ihren eigenen, mit ausgewiesenem Loading.

Erscheint jede Stunde einer Woche mit Sonntag zu einem Satz, wurde der Zuschlag nicht gezahlt. Das ist eine Dokumentationsfrage und kein juristisches Argument, und sie klärt sich, indem man für eine Handvoll Wochen den Dienstplan gegen den Payslip hält.

Was, wenn die Zuschläge nicht gezahlt wurden?

Ermittle die korrekte Zahl vorher, denn eine Forderung auf Basis des nationalen Minimums setzt zu niedrig an, wenn ein Award gilt. Bestimme Award, Einstufung, Loading und den Zuschlag für jede Schicht und summiere die Differenz über den ganzen Zeitraum statt für eine Woche.

Sprich es zuerst schriftlich beim Arbeitgeber an, denn oft sind es Konfigurationsfehler in der Lohnabrechnung und keine vorsätzliche Unterbezahlung. Löst sich das nicht, bearbeitet der Fair Work Ombudsman den Fall kostenlos, und Working Holiday Maker haben dieselbe Stellung wie alle anderen.

Was sagt dein Dienstplan dazu?

Die Multiplikatoren stehen in Regelwerken. Was dir zustand, beantwortet nur dein eigener Dienstplan. Jeder Punkt unten verändert das Vielfache auf deine Stunden, und mehrere gelten gleichzeitig.

  • Welcher Award oder Tarifvertrag das Lokal abdeckt, denn besonders der Sonntagssatz unterscheidet sich.
  • Deine Einstufungsstufe darin, die die Basis für jedes Vielfache ändert.
  • Ob du Casual bist, denn das 25-%-Loading gilt zusätzlich zum Zuschlag und nicht anstelle davon.
  • Welche konkreten Stunden du gearbeitet hast, denn Abend-, Wochenend- und Feiertagszuschläge sind alle getrennt.
  • Ob der Payslip die Stunden nach Satz trennt oder eine einzige Pauschalzahl zeigt.
  • Ob du auf einer ABN beschäftigt bist, denn dann deckt dich kein Award.

Zuschlagseinkommen wird wie der Rest deines Lohns zum Working-Holiday-Satz besteuert, und du kannst deine Steuererstattung schätzen, sobald du weißt, worauf das Jahr hinauslief.

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