Ein Arbeitgeber darf nur dann von deinem Lohn abziehen, wenn du es schriftlich autorisiert hast und der Abzug überwiegend zu deinem Vorteil ist, oder wenn das Gesetz es verlangt.
Welche Abzüge sind tatsächlich zulässig?
Die zulässigen Kategorien sind kurz und abgeschlossen. Alles außerhalb davon, ohne deine ausdrückliche schriftliche Zustimmung genommen, ist unzulässig.
- PAYG-Steuer, die das Gesetz verlangt
- Gehaltsumwandlung in Superannuation, wo du sie ausdrücklich vereinbart hast
- Gerichtsbeschlüsse wie Unterhalt oder eine Pfändung
- Gewerkschaftsbeiträge, wo du beigetreten bist
- Zahlungen, um die du den Arbeitgeber schriftlich in deinem Namen gebeten hast
Das ist die Liste. Sie ist bewusst kurz, denn Lohn ist im australischen Recht anders geschützt als anderes Geld.
Was ist der Test, der es entscheidet?
Zwei Bedingungen zusammen, und die zweite erledigt fast jeden Abzug, dem ein Backpacker begegnet. Der Abzug muss von dir schriftlich autorisiert sein, mit Betrag und Zweck, und er muss überwiegend zu deinem Vorteil sein.
Eine Wäschegebühr nützt dem Arbeitgeber, der saubere Uniformen in kontrolliertem Zustand bekommt. Ein Abzug für Kassenfehlbeträge verschiebt ein Geschäftsrisiko auf die Belegschaft. Keiner besteht den Vorteilstest, eine schriftliche Zustimmung rettet sie also nicht. Bestehen tun ihn eine Gehaltsumwandlung oder eine Fitnessmitgliedschaft, die du gewählt hast.
Welche Belastungen sind die üblichen unzulässigen?
Das Muster ist über Gastronomie, Einzelhandel und Farmarbeit hinweg gleich und zielt auf Leute, von denen man annimmt, dass sie sich nicht beschweren.
- Dir eine Uniform zu berechnen, die der Job verlangt
- Eine wöchentliche oder schichtweise Wäschegebühr
- Bruchware, für Gläser, Teller oder Geräte
- Kassenfehlbeträge, oft über die gesamte Schichtbelegschaft abgezogen
- Gäste, die ohne zu zahlen gehen
- Ausbildungsgebühren oder eine Anleihe für die Einarbeitungszeit
- An dich verliehene Ausrüstung
- Einbehaltener Schlusslohn, weil du keine Kündigungsfrist eingehalten hast
Der letzte Punkt gehört getrennt benannt. Nicht gezahlter Lohn ist keine Strafe, die ein Arbeitgeber für kurzfristiges Gehen verhängen darf, und es ist die Variante, die am häufigsten gegen abreisende Backpacker eingesetzt wird.
Was ist mit einer rückzahlbaren Uniformkaution?
Eine Kaution ist trotzdem ein Abzug vom Lohn und muss beide Tests bestehen. Sie als rückzahlbar auszugestalten ändert das nicht, und die meisten Uniformkautionsmodelle bestehen den Vorteilstest auch dokumentiert nicht.
Wo die Vereinbarung im Übrigen zulässig ist, muss die Kaution bei Rückgabe der Uniform vollständig erstattet werden. Genau dort fallen diese Modelle auseinander: Das Geld wird für Abnutzung, Reinigung oder ein fehlendes Teil einbehalten, und die Arbeitskraft hat den Bundesstaat längst verlassen.
Wie holst du das Geld zurück?
Das Rückholverfahren ist kostenlos, braucht keinen Anwalt und funktioniert. Es beginnt mit Rechnen statt mit Argumentieren, damit die Forderung auf einen konkreten Betrag lautet und nicht auf eine Beschwerde.
- Berechne die Gesamtsumme der Abzüge über alle Lohnperioden
- Fordere die Rückzahlung schriftlich, mit beigefügter Aufschlüsselung
- Reiche eine Beschwerde beim Fair Work Ombudsman ein, wenn der Arbeitgeber sich weigert
- Lege Payslips und Bankbelege als Nachweis vor
Der Fair Work Ombudsman kann den Lohn direkt zurückholen und Strafen gegen den Arbeitgeber verfolgen, und dein Visastatus ist für deinen Anspruch unerheblich. Im Land ist das erheblich einfacher als von zu Hause aus. Rückwirkend sind bis zu sechs Jahre möglich.
Warum reicht das bis in deine Steuererklärung?
Weil ein unzulässiger Abzug mehr verzerrt als die Lohntüte. Wird er vor der Meldung genommen statt danach, ist die an das ATO gesendete Bruttozahl zu niedrig, die 12 % Super werden auf die zu niedrige Zahl gerechnet, und der DASP fällt später kleiner aus.
Deshalb ist eine wöchentliche Wäschegebühr mehr Aufmerksamkeit wert, als sie aussieht. Bei der Erstellung einer Steuererklärung wird das an das ATO Gemeldete gegen die Payslips gehalten, und dort wird ein durchgängiges Muster zu niedriger Meldung sichtbar.
Was, wenn der Arbeitgeber es nie Abzug genannt hat?
Manche Konstruktionen vermeiden das Wort und erzeugen dasselbe Ergebnis. Die Uniform selbst bei einem benannten Lieferanten kaufen oder einen Dritten für die Reinigung bezahlen zu sollen verschiebt die Kosten vom Payslip, ohne zu ändern, wer sie trägt.
Sie sind schwerer anzugreifen, weil nichts vom Lohn abgezogen wurde, und genau dort kann stattdessen eine Werbungskostenposition entstehen. Eine vorgeschriebene Uniform mit Logo oder unverwechselbarem Design, die du selbst bezahlt hast, ist absetzbar, samt der Kosten für ihre Wäsche. Eine kleinere Rückholung als die Lohnforderung, aber eine echte. Was sonst absetzbar ist, steht in unserem Guide zu Werbungskosten für Working Holiday Maker.
Was entscheidet, ob du es zurückholen kannst?
Drei Tatsachen, und die erste ist der Beleg. Ob du Payslips oder Bankbelege für den Zeitraum hast, denn ein nie dokumentierter Abzug ist schwerer zu beweisen. Ob der Abzug vom Brutto oder vom Netto genommen wurde, was ändert, ob auch Super und Steuer betroffen sind. Und ob der Arbeitgeber noch tätig ist.
Die Lohnrückholung läuft über Fair Work, die Steuer- und Superseite daneben. Beides lohnt sich zusammen zu machen, denn den Lohn zu korrigieren, ohne die Super zu korrigieren, lässt den größeren der beiden Verluste bestehen.
